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Werkpoliere, Baumaschinen-Fachmeister und Ofenwärter haben tariflichen Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn Arbeit aus wirtschaftlichen Gründen völlig ruht. Wird die Arbeitsleistung entweder aus zwingenden Witterungsgründen oder in der gesetzlichen
Schlechtwetterzeit aus wirtschaftlichen Gründen unmöglich, entfällt grundsätzlich der Lohnanspruch, so dass bei einer rechtmäßig und wirksam eingeführten Kurzarbeit auch die Arbeitspflicht des Arbeitnehmers ganz oder teilweise entfällt. Allerdings behält der Arbeitnehmer den Lohnanspruch in Höhe des Kurzarbeitergelds. Für Werkpoliere, Baumaschinen-Fachmeister und Ofenwärter gilt jedoch ein weitergehender, von diesen Voraussetzungen unabhängiger Lohnanspruch. Danach ist bei völlig ruhender Arbeit der Lohn für die erste Woche in voller Höhe und – im ungekündigten Arbeitsverhältnis – für die nachfolgende Zeit jedenfalls in Höhe von 70% weiterzuzahlen. Ob der Arbeitsausfall auf wirtschaftlichen oder witterungsbedingten Gründen beruht, ist für den tariflichen Lohnfortzahlungsanspruch nach dem Bundesrahmentarifvertrag für das Baugewerbe nicht erheblich.

BAG, Urt. v. 25.01.2012 – 5 AZR 671/10