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Bei Verweisungstätigkeit kann fiktive Fortschreibung von Ursprungsverdienst geboten sein
OLG Oldenburg, 07.12.2016, 5 U 84/16

Ist im Rahmen einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu prüfen, ob eine konkrete Verweisung auf einen anderen Beruf dem Versicherungsnehmer finanziell zuzumuten ist, bedarf es grundsätzlich einer Gegenüberstellung der Einkommen. Der Ursprungsverdienst muss jedenfalls dann zu Vergleichszwecken auf den Vergleichszeitpunkt fiktiv fortgeschrieben werden, wenn die Einkünfte aus dem Vergleichsberuf einen erheblich späteren Zeitraum betreffen (hier: 13 Jahre). Die danach vorzunehmende Fortschreibung hat sich regelmäßig nach der konkreten Lohnentwicklung im Ursprungsberuf zu richten. Die allgemeine Entwicklung der Lebenshaltungskosten ist dann nicht maßgeblich.