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Allein Drohung mit Veröffentlichung von Geschäftsgeheimnissen rechtfertigt fristlose Kündigung
LAG Rheinland-Pfalz, 17.11.2016, 5 Sa 275/16

Droht der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber mit einem empfindlichen Übel, um die Erfüllung eigener Forderungen zu erreichen oder seine Kündigung zu verhindern, kann ein erheblicher, die fristlose Kündigung des Arbeitsverhältnisses rechtfertigender Verstoß gegen seine Pflicht zur Wahrung von dessen Interessen anzunehmen sein. Eine auf ein solches Verhalten gestützte Kündigung setzt regelmäßig die Widerrechtlichkeit der Drohung voraus. Nicht zu beachten ist hingegen, ob das Verhalten den Straftatbestand der Nötigung erfüllt. Dies ist der Fall, wenn der Arbeitnehmer damit droht, Geschäftsgeheimnisse preiszugeben und seinen Arbeitgeber in der Öffentlichkeit zu diffamieren, um bestimmte Privilegien behalten zu können. Der Zweck ist als verwerflich anzusehen.