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SG Marburg, 21.11.2016, S 2 AL 42/16

Um eine Sperrzeit zu vermeiden, muss dem Arbeitslosen ein wichtiger Grund zur Seite gestanden haben – und zwar bereits bei seinem versicherungswidrigen Verhalten. Wurde eine Altersteilzeitvereinbarung abgeschlossen, sind damit nur die Verhältnisse zur Zeit des Vertragsschlusses relevant. Ein späteres Verhalten des Arbeitslosen ist insofern nur zu berücksichtigen, soweit es als Indiz für seine damaligen Absichten aussagekräftig wäre. Sein Verhalten bleibt durch einen wichtigen Grund auch dann gerechtfertigt, wenn der Arbeitslose bei Abschluss des Vertrags endgültig aus dem Erwerbsleben ausscheiden wollte und diesen Entschluss erst ändert, weil er durch das RV-Leistungsverbesserungsgesetz die Möglichkeit bekommt, eine abschlagsfreie Altersrente in Anspruch zu nehmen.