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So genannte „Gelegenheitsursachen“ im privaten Unfallversicherungsrecht
OLG Karlsruhe, 30.12.2016, 12 U 97/16

Der Nachweis unfallbedingter Invalidität obliegt in der Unfallversicherung dem Versicherten. In der privaten Unfallversicherung genießt der Versicherungsnehmer im Grundsatz auch dann Versicherungsschutz, wenn Unfallfolgen durch eine bereits vor dem Unfall vorhandene besondere gesundheitliche Disposition verschlimmert werden; anders als im Sozialversicherungsrecht reichen im privaten Unfallversicherungsrecht grundsätzlich auch so genannte „Gelegenheitsursachen“ aus. Etwas anderes gilt nur, wenn ausnahmsweise festgestellt werden kann, dass der Versicherte ohne den Unfall an den gleichen Beschwerden leiden würde. Die Bemessung des Invaliditätsgrades (hier: für die Schulter) hat sich auch außerhalb der Gliedertaxen an den vereinbarten Taxen zu orientieren und darf insbesondere nicht zu einem Wertungswiderspruch mit diesen führen.